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klimakroete.de seit 1996 präsentiert von Günter Voßwinkel
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05.10.2026
6° / 22°UV-Index 3 Pollen: Gräser; Wegerich |
Und hier nun der Wetterrückblick für September 2026 in Ahlen/Westf... Beobachtungen, besondere Ereignisse und steuernde Großwetterlagen bieten Hintergrundwissen:
gue Der erste meteorologische Herbstmonat, der allerdings astronomisch erst am 23. September in der Früh gestartet war, setzte den warmen und zu trockenen Trend der
vorangegangenen Sommermonate fort. Für Ahlen betrug die Monatsmitteltemperatur im Kleingarten 16,6 Grad C und lag nach der jüngeren Ahlener Klimareihe 1995-2025 um 1,4 Grad Kelvin
(K) über dem Durchschnitt. Mit dem Vergleich der gültigen Referenzreihe 1961-90 war der September gar um 2,6 Grad K zu warm ausgefallen. Das Mittel aller Höchstwerte in zwei
Meter Höhe betrug 23,7 Grad C. Hier betrug die Abweichung zur jüngeren Klimareihe +3,6 Grad K. Bei der durchschnittlichen Tiefsttemperatur von 12,2 Grad C ergibt sich ein Plus
von 1,3 Grad K. Der September erbrachte an Sommertagen (? 25 Grad C) insgesamt 8 solcher Tage. Die heißen Tage (? 30 Grad C) traten an 2 Tagen in Erscheinung: Am 7. 31,5 Grad C
und am 30. war es ein Maximum von 30,8 Grad C. Damit wurde in meiner 33-jährigen Reihe nach dem 25. September 2016 mit einem Höchstwert von 28,0 Grad C in der 3. Dekade ein
neuer Dakaden-Rekord aufgestellt! Auch die milderen Nächte mit Tiefstwerten zwischen 12 bis 17 Grad C in der Hütte waren recht häufig aufgetreten. Kühlere Phasen ergaben
sich jeweils am 6. September mit einem Minimum von 7,8 Grad C und vom 23. bis 26. September als die Morgenstunden Tiefstwerte zwischen 6,7 und rund 4,1 Grad C im Angebot
hatten. Während es im Kleingarten am 25. keinen Bodenfrost gab, konnte ich an exponiertem Standort am Homannsweg ein Minimum von -0,7 Grad C festhalten.
Ursache dafür waren in beiden Fällen der Einschub polarer Meeresluft aus Nordwesten die rasch unter den Einfluss von Hoch "Ulrich" respektive Hoch "Artur" gelangte.
Bei den Regenmengen kamen im Kleingarten insgesamt 45,2 l/m² zusammen. Mit 70 Prozent des Durchschnitts (1961-90) also erneut ein Defizit in diesem Monat. Am 13. kam es mit den
Ausläufern des Tiefs "Ylva" über der norwegischen See zu ergiebigen Regenfällen die innerhalb von 24 Stunden 15,9 l/m² im Kleingarten spendeten. Auf ähnlicher Position sorgte
das Tief "Zuri" am 16. mit dessen über den Sektor hinwegziehenden Kaltfront für weitere 9,5 l/m² Regen. Die gesamte Regenmenge verteilte sich auf zusammen 11 Tage mit Niederschlag,
so dass ein optisch leicht wechselhafter Monat in Erscheinung trat.
Bezogen auf die Druckfelder am Boden und in 500 hPa zeigten sich wiederholt zyklonale Treffer über der Nordhälfte Deutschlands mit deren Frontensystem. Gleichzeitig konnten sich
ebenfalls rasch Hochdruckgebiete vom Azorenhoch und von Nordwesteuropa ihren Einfluss über der Mitte sowie dem Süden in Stellung bringen. In 500 hPa konnte hohes Potential mit
Hilfe von nach Deutschland gerichteten Höhenkeilen die Hochdruckzonen über Deutschland füttern. Besonders am 6., 14. und 25. war dieses der Fall. An der Westflanke dieser
Konfigurationen fand wiederholt subtropische Warmluft ihren Weg in unseren Sektor.
Und dennoch war die Ergiebigkeit der Niederschläge herabgesetzt und die Sonnenscheindauer von 163 bis 171 Stunden zwischen 16 und 24 Prozent erhöht. Forschende der Universität Leipzig (darunter Erstautor Dr. István Dunkl und Juniorprofessor Dr. Sebastian Sippel vom Institut für Meteorologie) hatten im Fachjournal Nature Geoscience eine wegweisende Studie zur sommerlichen Austrocknung der Böden in Europa veröffentlicht. Zwei Kernsätze für eine mögliche Erklärung dieses Phänomens möchte ich hier nennen:
- Hauptursache Zirkulationsmuster (~55 %): Rund 55 % des beobachteten Trends zur sommerlichen Bodentrockenheit in Europa seit den 1980er-Jahren sind auf Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation zurückzuführen. Es treten deutlich häufigere und stabilere Hochdruckgebiete auf, die regenbringende Tiefdruckgebiete verdrängen.
- Thermodynamischer Effekt vs. Dynamik: Bisherige Analysen bildeten oft vor allem die thermodynamischen Folgen ab (höhere CO?-Konzentration ? höhere Temperaturen ? mehr Verdunstung). Die Leipziger Studie zeigt nun erstmals ursächlich, wie stark die dynamische Komponente (Wetterlagen) die Austrocknung antreibt. Soweit dieser kurze Exkurs.
Mit der Temperatur- und Niederschlagsentwicklung im diesem September 2026 setzte sich die aus den Vormonaten geerbte Trockenheit in der Flora und Fauna fort. Diesbezüglich sind aber sowohl im naturnahen Raum wie in der landwirtschaftlichen Monokultur unterschiedliche Folgeerscheinungen beobachtet worden. Vielfach setzten sich Abtrocknen und sogar Absterben im Baumbestand mit unterschiedlicher Ausprägung fort. Gründe für diese Unterschiede sind einerseits den punktuellen Niederschlagsunterschiede geschuldet wie auch sehr unterschiedliche Temperaturfaktoren. Abgesehen vom stadtnahen, versiegelten Raum finden sich größere Bodenunterschiede in unserer näheren Umgebung wie beispielsweise Oestricher Wald und Heessener Wald (Waldbühne):
Im Heessener Wald bremst der dauerhaft hohe Grundwasserstand der Flusstal-Geometrie den Humusabbau durch Sauerstoffmangel ab. Im Oestricher Wald hingegen sorgt das kalkreichere Ausgangsgestein in Kombination mit sommertrockenen Staunässephasen für einen schnellen biologischen Umsatz und das Einarbeiten der Blätter in das Erdreich.
Diese Unterschiede bestätigten sich bei meinen am 31.7. und 02.08.26 erfolgten Probebohrungen in diesen Waldgebieten. Im Oestricher Wald stellte ich an mehreren Bohrstellen eine bis zirka drei Zentimeter starke Humusschicht fest. Bis zirka 8 cm war diese Bodenschicht leicht angefeuchtet. Darunter bis in rund 23 cm Tiefe handelte es sich um ein verdichtetes, weitgehend trockenes Kalt- Tongemisch.
Dagegen fand ich im Heessener-Wald an mehreren Testbohrstellen eine in 24 bis 34 cm Tiefe durchgängige Humusschicht mit Lufteinschlüssen. Der Erdbohrer gleitete leicht in die Tiefe. In den ersten rund 8 cm handelte es sich um trockenen bis leicht feuchten Waldboden. Darunter bis zur Endtiefe stellte ich einen klebrigen, feuchten Bodenzustand fest.
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Aus zwei Referaten habe ich hier für den Zweck der Information zwei Audiodateinen angefertigt: von Prof. Dr. Lesch und
Audio Talkrunde mit Prof. Dr. Christan Stöcker, Prof. Dr. Claudia Kemfert (DIW) und Prof. Dr. Anita Engels (Soziologie)
Audio Referat Prof. Dr. Harald Lesch