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klimakroete.de seit 1996 präsentiert von Günter Voßwinkel
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Und hier nun der Wetterrückblick für Dezember 2025 in Ahlen/Westf... Beobachtungen, besondere Ereignisse und steuernde Großwetterlagen bieten Hintergrundwissen:
gue Mit dem letzten Monat des Jahres 2025 ging es nochmal hoch her mit den Temperaturen. Erst zur letzten Dekade trieb der Winter seinen kalten Atem in unser Land. Zuvor beflügelten die wiederholt meridional aufgestellten Luftdruckgebilde kältere Luftmassen weit im Westen von Kanada auf den Atlantik zu treiben und im Gegenzug subtropische Warmluft von den südlichen Atlantikgewässern über Mitteleuropa hinweg ins südöstliche Europa zu führen. Bis zum 21. lag unsere Stadt in diesem Warmluftstrom.
So sorgte das Tiefdruck-Trio "Frank", "Günter" und "Helmut", welch wunderbare Herren, nicht nur für ein imposantes Tiefdrucksystem, das sich in ihrer Bewegung mit Warmluft im Gepäck vom Atlantik nach Skandianvien begab und in 500 Hekto-Pascal für den Aufwurf eines breiten Höhenrückens sorgte. Dieser bewegte sich bis zum 10. ins östliche Europa, wo er dann von einem Nordmeertrog von Norden abgebaut wurde. Ein nachfolgender Höhentrog auf dem Atlantik, der am 12. an der Westflanke Spaniens aufschlug und zu einem Islandtief gehörte, kapselte sich rasch über Spanien als eigenständiges Höhentief ab. Das folgende Trog-Residuum überquerte am 13. unser Land mit kühleren Luftmassen bis zum Folgetag. Nachfolgend konnte ab dem 15. von einer Wiederholung des Szenarios vom 9./10. die Rede sein. Jedoch kam in diesem Fall der Höhenrücken eine Spur schmaler zugeschnitten daher und befand sich auf ähnlicher Position wie sein Vorgänger. Dieser reichte vom zentralen Mittelmeer über Polen bis in den Raum Finnland. An dessen Nordostflanke lag ein kalter Höhentrog über Russland und Sibirien. An der Westflanke schmiegte sich der zweite Höhentrog vom Polarkreis über Island vor die Tore Spaniens mit einem Sekundärtrog ins nördliche Afrika. Wir befanden uns mitten in einer sehr milden subtropischen Luftmasse aus Südwesten. In T850 ging es auf rund 6 Grad C hinauf. Das beständige Bodenhoch "Frieda" über dem Balkan hielt zunächst Tiefausläufer von Deutschland fern.
Am 17. schaffte es wiederum nur ein Trog Residuum von England her mit schwacher Kaltfront dichte Bewölkung, Abkühlung auf rund 10 Grad C und eine geringe Menge homöopathischen
Regens über das Land zu führen. Rasch regenerierte sich mit dem neuen Sturmtief „Leon“ bei Island und einem Randzögling namens „Malte“ an dessen Kaltfrontwelle vor den Toren der
Biskaya die milde südwestliche Strömung. Trotz teils stärkerer Wolkenfelder gab es milde Temperaturen um 13 Grad C in der Hütte. Mit dem Durchzug der Kaltfront von „Malte“ kam
jedoch ab 20. frischere Luft von knapp unter 8 Grad C herangeweht. Niederschlag war weitgehend unbeteiligt. Mit dem 21. Tag stand die Entwicklung der Großwetterlage im Zeichen
einer Umstellung: Ein rinnenartiges Tief reichte von Island südwärts bis Spanien. Unser altes Hoch „Frieda“ über Südosteuropa weitete am Boden und in der Höhe einen Hochkeil
ins Nordmeer aus, wo sicherlich die Warmluftadvektion aus südlichen Gefilden förderlich war. Jedenfalls tropfte die Tiefdruckrinne namens „Nils“ in der Höhe als Dipoltief
über der Bretagne und Spanien mit negativer Achsneigung aus. Die Höhenkeilspitz über dem Nordmeer trennte sich am 23. vom Rücken über Südosteuropa. Auf der Bodenwetterkarte
etablierte sich über Mittelskandinavien das kräftige Hoch „Hella“. Mit den Protagonisten „Nils“ und „Hella“ stand zu Heilig-Abend eine klassische High-over-Low Wetterlage
auf der Bühne. Beide Systeme sorgten mit zonaler Ausrichtung für eine deutlich kältere Ostströmung. Mit einem Kerndruck von vorübergehend 1045 hPa brachte der Gradient
Böen zwischen 35 und 45 km/h zustande. Damit Purzeln der Temperaturen auf rund 2 Grad C und mit geringer Luftfeuchtigkeit fühlten sich die Temperaturen deutlich kälter an.
Über die Weihnachtstage blieb diese Konstellation erhalten. Jedoch schwächte sich der Gradient über dem Münsterland langsam ab. Hoch „Hella“ bewegte sich zudem über die
Nordsee und baute einen Keil Richtung Tschechien aus, wodurch die Strömung leicht auf Ostsüdost drehen konnte. Innerhalb der trockenen, kontinentalen Polarluft blieb es
sonnig und kalt. Vor Sonnenaufgang ging es im Kleingarten am 1. Weihnachtstag gegen 7:50 Uhr in zwei Meter Höhe mit der Lufttemperatur auf -6,4 Grad C runter. Bei der
weiteren Entwicklung wurde Hoch „Hella“ vom neuen Hoch „Jasmin“ auf dem Atlantik aufgenommen und bildete am letzten Wochenende des alten Jahres einen neuen Schwerpunkt
dicht südlich Irlands aus. Mit Kerndruck von 1047 hPa ein Schwergewicht mit einem kräftigen Hochkeil über England nach Frankreich. An der Nordostflanke machten sich
Tiefdruckstörungen von Skandinavien und dem Nordmeer auf nach Deutschland und leiteten zu windigem, winterlichen Wetter über.
Fazit Kleingartenwetter:
Der Temperaturverlauf im Dezember blieb bis zum 22. teils deutlich positiv. Mit der oben geschriebenen Großwetterlage gab es vom 8. bis zum 10. Höchstwerte zwischen 13 und 14,5
Grad C. Die Tagesmitteltemperatur lag teils um mehr als 7 Grad Kelvin über dem Klimamittel 1994-2024! Die zweite milde Phase vom 16. bis 21. brachte Höchstwerte im Kleingarten
zwischen 10 und 13,8 Grad C in der Spitze. In diesem Zeitfenster traten teils sehr milde Nächte auf, wo ich den 9. mit einem Tiefstwert von 10,8 Grad und den 19. mit einem
Minimum von 9,3 Grad hervorheben möchte. Ab dem 22. Kam das break zu einem deutlich winterlichen Zyklus. Ab Heilig-Abend stellten sich Nachtfröste und niedrige einstellige
Lufttemperaturen ein. Am 1. Weihnachttag gab es sogar einen Eistag. Die Monatsmitteltemperatur in diesem Dezember betrug im Kleingarten in zwei Meter Höhe 5,1 Grad C.
Hierdurch betrug die Abweichung zum gültigen Klimawert 1961-90 +2,2 Grad C. Das mittlere Maximum lag bei 8,3 Grad C und das mittlere Minimum bei 2,5 Grad C. Insgesamt
traten im Dezember 9 Tage mit Luftfrost auf. Am 13 Tagen gab es Bodenfrost.
Bei der Betrachtung der Niederschlagsentwicklung kam es der Wetterlage entsprechend nur bis zum 9. zu nennenswerten Ereignissen. Die größte Tagesmenge lieferte der 7.
Dezember mit zusammen 14,4 l/m² Regen. Dabei fielen bis Mittag 5,6 l/m² und bis Mitternacht weitere 8,8 l/m². An diesem Tag gab es zweimal, gegen Mitternacht und am
späteren Abend gegen 21 Uhr die höchsten Spitzen von 1,6 l/m² innerhalb von dreißig Minuten. In Summe kamen im Kleingarten in diesem Dezember 33,0 l/m² oder 49 Prozent
vom langjährigen Durchschnitt in der Kippwaage an.
Das Wetter im Jahr 2025 kompakt:
Besonders augenfällig sind die markanten negativen Abweichungen bei den monatlichen Regenmengen in unserer Stadt! Beim diesem Trend treten nur die Monate Januar und Oktober mit
einer deutlich höheren Abweichung aus diesem Rahmen. Im Januar waren im Kleingarten 107,7 l/m² Regen gefallen. Der Mittelwert liegt bei 63 l/m² Regen. Im Oktober gingen
79,3 l/m² nieder. Hier beträgt der langjährige Durchschnittswert 50 l/m². Bei den anderen zehn deutlich zu trocknen Monaten ragen Februar und März im Besonderen
hervor: jeweils 15,1 und 8,9 l/m² Regen. Aber auch die Monate Mai bis August und der abgelaufene Dezember hatten weniger als die Hälfte der langjährigen Monatsmenge
im Programm. Mit diesen Resultaten konnte ich für Ahlen das trockenste Jahr in der jüngsten Klimareihe von 31 Jahren in Ahlen festhalten. Damit wurde der trockene Rekord
aus dem Jahr 2018 schon wieder unterboten!
... Temperaturentwicklung
Bei der Temperaturentwicklung bestätigt das Jahr 2025 den anhaltenden Trend der Klimaerwärmung in unserer laufenden Warmzeit im Holozän, die vor zirka 11700 Jahren ihren
Anfang nahm. Die Linie der aktuellen Monatsmitteltemperatur [rote Linie] der einzelnen Monate im Jahr 2025 lag insbesondere im Frühjahr und in den Monaten November und
Dezember deutlich über dem jüngeren Klimamittelwert für Ahlen [gestrichelt grün] 1994-2023. Im Vergleich zum gültigen, kühleren Referenzwert der Klimareihe 1961-90
[grüne Linie] waren der April mit einer Abweichung von +2,5 Grad Kelvin und der Dezember mit +2,2 Grad Kelvin besonders warm. Unter Berücksichtigung aller Monatswerte
ergibt sich somit eine Jahresmitteltemperatur von 10,7 Grad C und eine Abweichung von +1,4 Grad Kelvin zur Klimareihe 1961-90.
Die heißesten Tage mit insgesamt fünf Wüstentagen [>=35°C] traten in den Monaten Juni, Juli und August auf. Spitzenreiter mit 38,0 Grad C war der 2. Juli im Kleingarten.
Aber auch der August sorgte mit über 35 Grad C für Schweißperlen. Das höchste Tagesmittel betrug im Juli 27,1 Grad C. Das warme Wetter lieferte zudem 59 Sommertag
mit 25 Grad C oder darüber. In der kalten Jahreszeit bot uns der Januar eine Tiefsttemperatur von -6,8 Grad C in zwei Meter Höhe. Im Dezember ging es auf -6,2 Grad C runter.
In den Warmphasen der Wintermonate trat im Februar und im Dezember ein recht mildes Tagesmittel von 12,0 respektive 11,7 Grad C in Erscheinung. Der mittlere Luftdruck über
Meereshöhe lag im Kleingarten bei 1013 Hekto-Pascal. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit betrug im Jahr 2025 79 Prozent. Mit durchschnittlich 67,5 Prozent zeigte der
Mai die geringste durchschnittliche Luftfeuchtigkeit. |
gue
Da ich offensichtlich Aufgrund meiner vielfältigen naturwissenschaftlichen Neigungen und meinem häufigen Radfahren die Veränderungen in Flur und Fauna immer im Fokus habe ist mir
der Beginn der Instandsetzung des Werse-Radwegs zur Monatsmitte nicht entgangen. Ich greife nicht immer zur Tastatur, um bei Beschädigungen des naturnahen Raumes den Verursachern
die gelbe oder rote Karte entgegenzuhalten. Jedoch war für mich bei dieser Baumaßnahe klar: Einen Bericht an den heimischen Zeitungsverlag und meinen Hinweis über das
Online-Meldeformular der "ahlen.de" für wilde Müllkippen. Was hatte ich dort feststellen müssen: Der Anteil der entfernten Oberschicht aus Dolomitsand und einem Anteil
von vielleicht 15 % Grasnarbe und Boden wurden rechts und links des Werseweg in die Werseaue und angrenzenden Büschen entsorgt. Für mich war dieses Handeln eine Art
billige Schuttentsorgung und zudem ein ganz schlechtes Vorbild für die Öffentlichkeit wie man mit Müll umgeht. Für mich war dies Bauschutt! Nun, der Bericht dazu ist
am Donnerstag in den "Westfälischen Nachtrichten" abgedruckt worden. In meinem Umfeld erhielt ich über meine Funktion als handelnder "Wächter" unterstützende Reaktionen.
Die Antwort auf meine Einwände über das Online-Formular war ernüchternd. Nach Meinung des dort zuständigen Bauleiters der Stadt Ahlen Herrn Baigar sei "…das Material
Fachgerecht nach Bodenschutzverordnung seitlich zu lagern. … Es handelt sich hierbei um Grasnarben sowie Boden und kein "Bauschutt" wie von Ihnen vermutet. …"
Diese falsche Auffassung der Sachlage von Herrn Baigar hatte mich einen Tag später veranlasst die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf wegen dieser Angelegenheit zu
kontaktieren. Mit der Beschreibung des Falls und der Örtlichkeit bekam ich zwei Tage später, am 19.03.2024, die Antwort der Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Frau
Puppe: "Guten Tag Herr Voßwinkel, ich habe die Gemeinde darauf hingewiesen, dass der Dolomitsand zukünftig entsprechend zu entsorgen ist. …" Diese Antwort zeigt doch,
dass die Angelegenheit nicht so ordnungsgemäß erledigt wird wie von Herrn Baigar von der Stadt Ahlen glauben machen wollte. Grobe Ordnungswidrigkeiten wie die illegale
Entsorgung von Bauschutt können hohe Geldbußen nach sich ziehen. Ein Sonderbericht der Europäischen Union gibt hier die Richtlinie des Verursacherprinzips heraus: Der
Verursacher von Umweltschäden hat die entsprechenden Kosten zu tragen einschließlich der Kosten für Maßnahmen zur Beseitigung der verursachten Schäden. Ich meinerseits
werde mir jedenfalls bei der nächsten, nicht fachgerecht stattfindenden Instandsetzung dieses und ähnlicher Radwege entsprechende weitere Schritte vorbehalten.
- ©klimakroete.de – Günter Voßwinkel - 23.03.2024
gue